Gerät der Krieg völlig außer Kontrolle? (Politik Spezial Interview, 20.3.2026) I Dr. Daniele Ganser
Summary
Highlights
Daniele Ganser reflektiert über die enorme Ereignisdichte in der heutigen Zeit, sowohl innen- als auch außenpolitisch. Er betont die Wichtigkeit, abweichende Meinungen zur Kenntnis zu nehmen, da das frühere Vertrauen in etablierte Informationsquellen wie ARD nicht mehr zeitgemäß sei.
Ganser bezeichnet Donald Trump und Benjamin Netanjahu als die gefährlichsten Männer der Welt aufgrund des Angriffs auf den Iran, der eine Verletzung des UNO-Gewaltverbots darstellt. Er kritisiert auch die mangelnde Verurteilung dieses Angriffs durch Bundeskanzler Friedrich Merz und hebt hervor, dass der US-Imperialismus nicht nur mit Trump, sondern auch mit seinen Vorgängern wie Joe Biden (Nord Stream-Sabotage) und Barack Obama (Bombardierung Libyens, Destabilisierung Syriens) verbunden ist.
Ganser stellt fest, dass Politiker, einschließlich Trump und Spahn, oft die Unwahrheit sagen und ihre Versprechen brechen, ohne dass dies Konsequenzen hat. Er vergleicht dies mit vergangenen Lügen, wie der im Vietnamkrieg, merkt aber an, dass Lügen heutzutage schneller aufgedeckt werden, auch wenn die Konsequenzen weiterhin ausbleiben. Das blinde Vertrauen in Politiker und Leitmedien schwindet.
Die Rolle von Bill Gates in der Coronakrise wird kritisch beleuchtet, insbesondere seine finanziellen Interessen und seine Verbindung zu Jeffrey Epstein. Ganser weist darauf hin, dass anfänglich als Verschwörungstheorien abgetane Informationen sich später oft als wahr erwiesen haben, was das Vertrauen in die Medien weiter untergräbt.
Auf die Frage nach einer möglichen Geheimregierung hinter den sichtbaren Politikern äußert sich Ganser vorsichtig. Er anerkennt, dass es immer einflussreiche Menschen im Hintergrund gibt, deren Einfluss jedoch schwer zu quantifizieren ist. Er betont, dass es schwierig ist, den Einfluss von Menschen zu bestimmen, deren Namen und Gesichter unbekannt sind.
Ganser glaubt nicht an einen Atomkrieg oder einen Dritten Weltkrieg, betont aber die Unsicherheit der Zukunft. Er erklärt die aktuelle Eskalation im Nahen Osten, ausgelöst durch den Angriff der USA und Israels auf den Iran, und die daraus resultierenden Gegenschläge des Iran. Er erläutert die Verwundbarkeit von Infrastrukturen und die neue Art der Kriegsführung mit Drohnen und Raketen. Die amerikanischen Militärstützpunkte im Nahen Osten und Deutschland werden als Gefahrenquelle angesehen.
Erörtert wird die Idee eines 'Groß-Israels', die von einigen israelischen Politikern unterstützt wird und die Annexion weiterer Gebiete vorsieht. Ganser warnt davor, solche Ideen als Verschwörungstheorien abzutun und betont, dass sie die Spannungen in der Region weiter verschärfen könnten, statt Frieden zu bringen.
Ganser plädiert für die Einheit der Menschheitsfamilie und Deeskalation in Konflikten. Er spricht sich für Verhandlungen im Ukraine-Krieg aus und dafür, dass die USA ihre Militärbasen aus dem Persischen Golf abziehen sollten. Zudem regt er eine Diskussion über den Austritt Deutschlands aus der NATO an und betont, dass die meisten Menschen keine Kriege wollen.