Summary
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Der Palästinakrieg endet mit einem Sieg Israels, das nun Dreiviertel des ehemaligen Britisch-Palästina kontrolliert. Rund 700.000 arabische Palästinenser fliehen oder werden vertrieben und leben fortan in Flüchtlingslagern. Ihr Recht auf Rückkehr und ihr Rechtsstatus bleiben bis heute eines der Kernprobleme des Nahostkonflikts. Auch Juden in arabischen Staaten sind in dieser Zeit Pogromen ausgesetzt und fliehen in großer Zahl.
Der Nahostkonflikt beginnt Anfang des 20. Jahrhunderts im Osmanischen Reich, einer Region, die später als Palästina bekannt wird. Hier leben Muslime und Juden seit Jahrhunderten friedlich zusammen, bis der Zionismus entsteht, eine Bewegung, die einen jüdischen Staat im Heiligen Land anstrebt. Dies führt zu wachsender Einwanderung von Juden und Widerstand der Araber, die das arabische Heimatland durch die europäischen Einwanderer gespalten sehen.
Der Zerfall des Osmanischen Reiches nach dem Ersten Weltkrieg führt zur Errichtung des britischen Mandatsgebiets Palästina im Jahr 1920. Der Völkerbund sieht dort eine nationale Heimstätte für Juden vor, ohne die Rechte der nicht-jüdischen Bevölkerung zu beeinträchtigen. Die wachsende jüdische Einwanderung führt jedoch zu arabischen Gewalttaten und einer zunehmend explosiven Situation, die die britische Mandatsmacht nicht kontrollieren kann.
Nach dem Holocaust steigt die weltweite Sympathie für einen jüdischen Staat. Großbritannien übergibt die Palästinafrage den Vereinten Nationen, die 1947 einen Plan zur Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat vorschlagen. Die arabische Welt lehnt dies ab. Am 14. Mai 1948 ruft David Ben Gurion den Staat Israel aus, woraufhin fünf umliegende arabische Staaten Israel den Krieg erklären.
Jerusalem ist eine Stadt von großer religiöser Bedeutung für drei Weltreligionen – Islam, Judentum und Christentum. Der Tempelberg mit der Klagemauer, dem Felsendom und der Al-Aqsa-Moschee ist ein Ort ständiger Machtansprüche. Die UN hatten Jerusalem ursprünglich internationaler Kontrolle unterstellt, doch im Palästinakrieg gerät West-Jerusalem unter israelische und Ost-Jerusalem unter jordanische Kontrolle.
Mitte der 1960er Jahre droht Ägyptens Präsident Nasser mit der Auslöschung Israels. Israel reagiert am 5. Juni 1967 mit einem Überraschungsschlag, bekannt als Sechstagekrieg, und errang einen überwältigenden Sieg. Israel erobert die Golanhöhen, das Westjordanland, Ost-Jerusalem, den Gazastreifen und die Sinai-Halbinsel. Israel steigt zur Regionalmacht auf und steht vor der Aufgabe, die Palästinenser zu verwalten.
Die arabische Welt reagiert zunächst mit einer harten Linie, doch nach dem Jom-Kippur-Krieg 1973, in dem Ägypten und Syrien Israel nicht besiegen können, bröckelt die arabische Allianz. Im Jahr 1978 vermitteln die USA das Camp-David-Abkommen zwischen Ägypten und Israel, das zu einem Friedensvertrag und der Rückgabe der Sinai-Halbinsel führt. Dies markiert eine Zeitenwende, in der sich weitere arabische Staaten mit Israel arrangieren.
Der Konflikt Israels mit der arabischen Welt wandelt sich zu einem Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern in den besetzten Gebieten. Viele junge Palästinenser schließen sich der Fatah an, einer Guerilla-Organisation unter der Führung von Jassir Arafat, die für einen unabhängigen Palästinenserstaat und die Auslöschung Israels kämpft. Attentate und Entführungen, wie das Münchner Olympia-Attentat 1972, sollen auf die Lage der Palästinenser aufmerksam machen. Israel reagiert mit Gegengewalt.
Seit dem Sechstagekrieg lassen sich mehr und mehr Juden im Gazastreifen, in Jerusalem und im Westjordanland nieder. Diese Siedlungen, oft von nationalreligiösen Juden gegründet, werden von den Palästinensern als Landnahme empfunden, die einen palästinensischen Staat unmöglich macht. Die islamistische Organisation Hamas entsteht 1987. Im selben Jahr revoltieren Tausende Palästinenser in der ersten Intifada, worauf die israelische Besatzungsmacht hart reagiert.
Anfang der 1990er Jahre treffen sich Israelis und Palästinenser in Oslo zu Verhandlungen. Im September 1993 unterzeichnen Jassir Arafat und Israels Premier Yitzhak Rabin das Oslo-Abkommen I, das Hoffnung auf einen Abzug Israels aus den besetzten Gebieten und ein unabhängiges Palästina weckt. Hardliner auf beiden Seiten torpedieren den Friedensprozess jedoch. Die Ermordung Rabins 1995 führt zu einer neuen Phase der Gewalt, der zweiten Intifada.
Die zweite Intifada ist geprägt von bewaffneten Untergrundgruppen, die Israel mit Terror überziehen, worauf Israel mit unerbittlichen Gegenschlägen reagiert. Die Stimmung in Israel kippt unter dem Eindruck von Selbstmordattentaten, und die Regierung errichtet Sperranlagen. Im Gazastreifen übernimmt die Hamas die Regierung, fordert Israel heraus und feuert immer wieder Raketen ab. Israel reagiert mit Vergeltungsschlägen und einer harten Blockade, was zu Zerstörung und Armut führt.
Eine Lösung des Nahostkonflikts ist auch nach einem Dreivierteljahrhundert nicht in Sicht. Die Palästinenser gelten vielerorts als staatenlos. Benjamin Netanjahus ultra-rechtsnationale Koalition treibt den Siedlungsbau voran. Am 7. Oktober 2023 überrumpeln Hamas-Terroristen Israel, verüben ein Massaker an Zivilisten und entführen Geiseln. Israel reagiert mit einem Gegenschlag im Gazastreifen, um die Hamas auszuschalten. Die Region ist von einer humanitären Katastrophe und der Gefahr einer Ausweitung des Konflikts geprägt, da auch die Hisbollah im Norden Israels eine Bedrohung darstellt und massiv vom Iran unterstützt wird.