Summary
Highlights
Am 27. Februar 2026 ist der erste Anmeldetag für März-Silber-Kontrakte. Erschreckende Zahlen zeigen, dass 10.526 Kontrakte die Lieferung von 52,63 Millionen Unzen physischem Silber anfordern, während die ComX-Tresore nur etwa 86,13 Millionen Unzen halten – 61% des gesamten verfügbaren Lagerbestands. Dies ist ein beispielloses Ereignis, da Liefermonate normalerweise gemanagt werden, um physische Lieferanfragen gering zu halten. Dies deutet auf einen offenen Konflikt zwischen dem physischen und dem Papiermarkt hin.
Am 25. Februar unterbrach die CME den gesamten Metall- und Erdgas-Handel auf GlobeEx unter Berufung auf „technische Probleme“. Nach der Wiederaufnahme fiel der Silberpreis von 91 $ auf 84,98 $. Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich am 27./28. November 2025, als ein 10-stündiger Handelsstopp ebenfalls mit dem ersten Anmeldetag für Dezember-Silber zusammenfiel und den Silberpreis drückte. Dieses Muster von Handelsunterbrechungen, Preissenkungen und Margenerhöhungen lässt das Finanz-Establishment den Preis kontrollieren, wenn Silber ausbricht.
Die registrierten Silberbestände der ComX sind in den letzten vier Monaten um 49% auf 86,13 Millionen Unzen gesunken, was unter die als unantastbar geltende Marke von 100 Millionen Unzen fällt. Dieses Silber verlässt das ComX-System vollständig, was darauf hindeutet, dass Käufer physische Lieferung anfordern und das Metall entfernen. Die Implikationen für die Lieferzyklen im Mai und Juli sind erheblich, da die Lagerbestände noch geringer sein werden. Die Lieferraten von 98% (im Vergleich zu normalen 2-5%) zeigen, dass Käufer physisches Metall wollen, nicht nur Papiersiedlungen.
Die Silber-Leihgebühren in London sind auf 34,9% gestiegen (normalerweise 0,3-0,5%), was darauf hindeutet, dass die Besitzer physischen Silbers nicht bereit sind, es zu verleihen. Die „Exchange for Physical“-Spanne, die den Preis zwischen ComX und London angleicht, stieg von 25 Cent auf über 110 $, was eine hohe Nachfrage in New York signalisiert. Trotz des Mangels an Echtzeitdaten aus London bestätigen ETF-Zuflüsse, wie z.B. 849,6 Millionen $ in SLV über 5 Tage, die institutionelle Überzeugung, dass Silber unterbewertet ist.
Mexiko, der größte Silberproduzent der Welt, erlebt erhebliche Lieferkettenstörungen aufgrund von Kartellgewalt. Transportwege für raffiniertes Silber blieben tagelang blockiert. Gleichzeitig hat China, das 60-70% der globalen Silberraffinationskapazität kontrolliert, seit dem 1. Januar 2026 Exportbeschränkungen eingeführt, die das Exportvolumen um 40% reduziert haben. Die Shanghai Futures Exchange hat zudem ungewöhnliche Maßnahmen ergriffen, um die physische Knappheit administrativ zu kontrollieren, anstatt durch Preisfindung.
Der Überfall Pakistans auf Afghanistan und die gescheiterten Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran erhöhen die geopolitischen Risiken. Solche Ereignisse treiben institutionelle Investitionen in harte Assets wie Gold und Silber. Der Dollar-Index ist gesunken, und die 10-jährige Treasury-Rendite ist auf 4% gefallen, was den Silberpreis nach oben treibt, da die Opportunitätskosten für das Halten von Silber sinken. Das Gold-Silber-Verhältnis deutet auf ein erhebliches weiteres Potenzial für Silber hin.
Die CME hat die Problematik nicht gelöst, sondern aufgeschoben. Mit aktuellen Abwanderungsraten von rund 785.000 Unzen pro Tag könnten die ComX-Bestände bis Ende März auf 35-50 Millionen Unzen sinken, den niedrigsten Stand in der modernen Geschichte. Eine Wiederauffüllung setzt Warenflüsse aus Mexiko, London oder China voraus, die alle gestört sind. Ein Ausfall der Lieferungen könnte zu einer Ablösung des physischen Silberpreises von den Futures-Preisen führen.
Der starke Preisrückgang von Silber von 121 $ auf 63 $ und die anschließende Erholung haben die Kleinhändler gestärkt. Diejenigen, die den Einbruch überstanden haben, sind widerstandsfähiger und werden ihr physisches Silber nicht leicht verkaufen. Dies schafft einen strukturellen Nachfrageüberhang, der jeden Preisrückgang abdämpft und zur Stabilität des physischen Marktes beiträgt.
Die industrielle Nachfrage nach Silber, insbesondere aus der Solarenergie (20% der Nachfrage, gegenüber 4% in 2015) und KI-Rechenzentren, beschleunigt sich. Hersteller können Silber nicht einfach ersetzen, was einen strukturellen Nachfrageboden schafft. Analysten projizieren Preise von 100 $ pro Unze (Citigroup) oder sogar 115-148 $ (basierend auf dem Gold-Silber-Verhältnis), da das aktuelle Angebots-Nachfrage-Modell bei den heutigen Preisen nicht im Gleichgewicht ist.
Silber befindet sich in einer strukturell angespannten Situation mit Rekordtiefständen bei den Tresorbeständen, Lieferengpässen und steigender industrieller Nachfrage. Die nächsten 30 Tage werden zeigen, ob der physische Markt den Papiermarkt zu einer Neubewertung zwingen kann. Die CFTC-Daten zum Commitments of Traders (COT) werden Aufschluss über die Positionierung der Großspekulanten und Kommerziellen geben, was ein weiterer Indikator für die zukünftige Preisentwicklung sein wird.