Summary
Highlights
Der Vortrag beginnt mit der Wiederaufnahme der Geschichten der Propheten, insbesondere der des Propheten Nūḥ (Noah), der als einer der gewaltigsten Propheten (Ulul Azm) hervorgehoben wird. Nūḥ war der erste Gesandte, den Allah zu den Menschen sandte, mit einer Offenbarungsschrift und dem Auftrag, diese zu verkünden. Ein bedeutender Unterschied zwischen einem Gesandten (Rasul) und einem Propheten (Nabi) wird erklärt: Ein Rasul wird beauftragt, die Offenbarung zu verkünden, während ein Nabi, oft ein Anhänger eines Rasul, diese nicht unbedingt verbreiten muss. Nūḥs primäre Aufgabe war es, sein Volk vor einer schmerzhaften Strafe zu warnen.
Nūḥs Volk verfiel als erstes in der Menschheitsgeschichte dem Götzenkult. Sie beteten Statuen an, die ursprünglich fromme Männer darstellten. Über Generationen hinweg vergaßen die Menschen die wahre Bedeutung dieser Denkmäler und begannen, sie als Gottheiten zu verehren. Dies verdeutlicht die Methode des Shaytan (Teufel), der schrittweise und über lange Zeiträume hinweg die Menschen vom Weg Allahs abführt, indem er sich bei seiner Täuschung Zeit lässt und nicht aufgibt, bis zum letzten Atemzug eines Menschen.
Nūḥ rief sein Volk klar und deutlich zur Anbetung des einen Allah auf und forderte sie auf, Ihn zu fürchten und dem Gesandten zu gehorchen. Hier wird das Konzept der Gottesfurcht (Taqwa) als ein ausgeprägtes Gottesbewusstsein erklärt, das die Einhaltung der Gebote Allahs und das Meiden seiner Verbote impliziert. Das Wort 'Ibadah' (Anbetung) wird umfassend definiert als alles, was Allah liebt, sowohl innere Handlungen und Aussagen als auch äußere. Dies bedeutet, dass das gesamte Leben, und nicht nur begrenzte rituelle Handlungen, als Akt der Anbetung verstanden werden sollte. Beispiele wie die Intimität in der Ehe oder rechtschaffene Arbeit können zu Akten der 'Ibadah' werden, wenn sie mit der richtigen Absicht durchgeführt werden.
Nūḥs Volk reagierte ablehnend auf seine Botschaft. Sie steckten ihre Finger in die Ohren und bedeckten sich mit Gewändern, um ihn nicht hören zu müssen aus Angst, positiv beeinflusst zu werden. Sie bezeichneten Nūḥ als einen Verirrten oder Verrückten und warfen ihm vor, falsche Lehren zu verbreiten. Die führenden Persönlichkeiten argumentierten, dass nur Menschen der untersten Schicht Nūḥ folgten, was ihre Überzeugung verstärkte, dass seine Botschaft nicht die Wahrheit sein könne. Sie waren blind vor Hochmut und glaubten, durch 'Wissen' überlegen zu sein und somit die Wahrheit gar nicht erst erkennen zu müssen, ein Phänomen, das auch in der heutigen Zeit zu beobachten ist.
Trotz der Ablehnung und des Widerstands gab Nūḥ nicht auf, sondern setzte seine Da'wa (Einladung zum Islam) fort. Er machte sie zuerst im Geheimen, dann öffentlich und in allen möglichen Gelegenheiten, wechselte zwischen Warnungen und frohen Botschaften. Dies zeigt, dass es im Da'wa nicht um sofortige Ergebnisse geht, sondern um die Erfüllung des Auftrags. Die Methode des Da'wa muss an die jeweilige Situation und Person angepasst werden. So wird zum Beispiel betont, dass auch Härte im Da'wa notwendig sein kann, aber auch Sanftmut wichtig ist, wie anhand des Beispiels von Moses und Aaron mit Pharao veranschaulicht wurde. Nūḥ nutzte jede ihm zur Verfügung stehende Methode, um sein Volk zu erreichen, doch sie blieben verstockt. Die weitere Entwicklung dieser Geschichte soll in der nächsten Woche behandelt werden.