Summary
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Die Mediationsakte ist die bedeutendste Quelle zur politischen Geschichte der Schweiz in der Mediationszeit (1803-1814). Napoleon Bonaparte zog 1802 die französischen Truppen aus der Schweiz ab, was zu einem drohenden Bürgerkrieg führte. Als Reaktion bat die helvetische Regierung Napoleon um Hilfe. Er versammelte 70 Delegierte in Paris und erklärte, dass die Schweiz eine föderale Struktur und Neutralität benötige.
Napoleon trennte das Wallis von der Schweiz ab, um eine schnelle Verbindung nach Italien zu gewährleisten und finanzierte den Ausbau der Simplonpassstrasse. Genf blieb Frankreich angeschlossen. Viele der heutigen Kantonsgrenzen wurden von Napoleon festgelegt, und neue Kantone wie Aargau, St. Gallen und Thurgau entstanden.
Jeder der 17 Voll- und vier Halbkantone erhielt eine eigene Verfassung. Der Einheitsstaat der Helvetik verschwand und wurde durch einen Staatenbund ersetzt, ähnlich der alten Eidgenossenschaft. Eine Tagsatzung, die abwechselnd in verschiedenen Städten tagte, übernahm die Rolle der Regierung. Beschlüsse benötigten keine vollständige Einigkeit mehr, doch die unterlegenen Kantone hielten sich oft nicht daran.
Die individuellen Freiheitsrechte wurden weitgehend abgeschafft, und ein Zensuswahlrecht führte dazu, dass nur reiche Patrizierfamilien wahlberechtigt waren. Städte wurden gegenüber dem Land bevorzugt. Diese Entwicklungen werden als partielle Restauration bezeichnet, da sie eine teilweise Wiederherstellung der vorrevolutionären Zustände bedeuteten.
Die Mediationsakte brachte der Schweiz innere Ruhe und politische Stabilität, verkleinerte aber das Staatsgebiet. Napoleon agierte als Balancier zwischen Konservativen (Staatenbund) und Liberalen (Einheitsstaat). Die Schweiz war jedoch kein neutraler Staat, sondern ein französischer Satellitenstaat. Sie musste Truppen für Napoleons Armee stellen und sich der Kontinentalsperre anschliessen. Tausende Schweizer fielen auf Napoleons Russlandfeldzug.
Mit dem Ende Napoleons wurde auch die Mediationsakte obsolet. Danach sollten die konservativen Monarchien Europas über das Schicksal der Schweiz bestimmen.