Summary
Highlights
Griechenland, ein Land mit Tempelruinen und zahlreichen Götterstatuen. Vor fast 3000 Jahren begann hier die Geschichte der Griechen, die ursprünglich aus Hunderten kleiner Stadtstaaten bestanden, die untereinander zerstritten waren. Sie wurden nur durch ihre Sprache und ihre Götter auf dem Olymp vereint, die in die Geschicke der Menschen eingriffen.
Auf dem Olymp lebten die zwölf wichtigsten Götter, darunter Zeus, Demeter, Poseidon, Athene, Aphrodite, Dionysos und Apollon. Die Griechen stellten sie als makellose Topmodels dar, doch hinter der Fassade verbargen sich Intrigen und Neid. Das Orakel von Delphi war ein zentraler Wallfahrtsort, an dem Tausende Pilger göttlichen Rat suchten. Die Priester des Tempels spielten eine mächtige Rolle, indem sie die undeutlichen Worte der Pythia interpretierten und als göttlichen Rat verkündeten. Delphi fungierte auch als wichtiges Finanzzentrum, das Geld verwaltete und verlieh.
Während einige an Mythen festhielten, wagten sich Universalgelehrte an neue Erklärungsmodelle. Philosophen wie Sokrates, Platon und Aristoteles legten den Grundstein für die Wissenschaft. Archimedes, ein Universalgenie, löste komplexe Aufgaben wie die Bestimmung der Reinheit einer Krone mit seiner Wassermethode, die bis heute unübertroffen ist. Die alten Griechen entwickelten auch Weltkarten, erkannten die Kugelform der Erde, erfanden Dampfmaschinen und befassten sich mit Geometrie und Algebra.
Im 6. Jahrhundert v. Chr. wurde in Athen eine Reform durchgesetzt, die die Demokratie einführte – ein neues System, in dem das Volk Mitbestimmungsrecht hatte. Die Bürger Athens, hauptsächlich Männer über 18, trafen sich monatlich zur Volksversammlung. Die Losmaschine wurde erfunden, um Ämter zu verteilen und Korruption vorzubeugen, da sie Chancengleichheit gewährleisten sollte. Reiche zahlten Steuern, während das einfache Volk die Mehrheit bildete und die Gesetze bestimmte.
Körperliche Fitness war für junge Griechen entscheidend, sowohl für den Krieg als auch für sportliche Wettkämpfe. Das Streben nach einem gestählten Körper wurde zum Leitbild, das in Skulpturen verewigt wurde. Die Olympischen Spiele, die alle vier Jahre in Olympia stattfanden, waren das größte Sportereignis. Während der Wettkämpfe herrschte ein Waffenstillstand, der „Olympische Frieden“, und die Athleten wurden als Superstars gefeiert. Erst 1896 wurden die Spiele in Athen wiederbelebt und sind heute ein Symbol für Völkerverständigung.
Das Theater hatte seinen Ursprung in religiösen Riten und entwickelte sich aus kultischen Tänzen. In Epidaurus wurden sogar kranke Menschen zu therapeutischen Zwecken ins Theater geschickt. Aufführungen folgten strengen Regeln mit drei männlichen Schauspielern, die Masken trugen und viele Rollen spielten. Homerische Epen, Tragödien und Komödien behandelten Konflikte, die zur „Reinigung der Seele“ führten. Die Akustik griechischer Theaterfasste Tausende von Menschen und ermöglichte es jedem, jedes Wort zu verstehen. Heute prägen die alten Muster des Theaters die Filmindustrie.
Im Altertum verbreitete Alexander der Große die griechische Kultur im Hellenismus bis nach Indien. Obwohl sein Reich zerfiel und Rom zur neuen Großmacht aufstieg, bewahrten die Römer viele Errungenschaften der Griechen. Ihr Erbe, von Wissenschaft und Demokratie über Kunst und Literatur bis hin zu den Olympischen Spielen, prägt bis heute das Denken und Leben der westlichen Welt.