Summary
Highlights
Der Sprecher beginnt mit einer viralen Schlagzeile während des COVID-Lockdowns über Männer, die den Großteil des Homeschoolings übernehmen, während Frauen dem nur zu 3 % zustimmen. Dies führt zur Diskussion über die egozentrische Voreingenommenheit, bei der Menschen ihre eigenen Beiträge überbewerten. Beispiele hierfür sind Autoren wissenschaftlicher Arbeiten oder Paare, die die Hausarbeit schätzen – die Gesamtsummen übersteigen fast immer 100 %. Diese Voreingenommenheit resultiert aus der lebhaften Erinnerung an eigene Handlungen im Vergleich zu denen anderer.
Die egozentrische Voreingenommenheit führt dazu, dass wir den Einfluss des Zufalls, wie z.B. bei der Geburt im Januar, auf unseren Erfolg unterschätzen. Am Beispiel von Eishockeyspielern wird gezeigt, dass Spieler, die früh im Jahr geboren sind, häufiger in Top-Ligen ausgewählt werden, da sie zu Beginn der Nachwuchsligen älter und körperlich überlegener sind. Diese anfänglichen Vorteile kumulieren sich im Laufe der Jahre, führen aber selten zu Dankbarkeit für das Geburtsdatum.
Ein bedeutender Glücksfaktor ist die Geburt in einem wohlhabenden Land. Etwa die Hälfte der Einkommensunterschiede weltweit lässt sich durch das Herkunftsland erklären. Ein Beispiel ist Burundi, wo selbst talentierte und fleißige Menschen aufgrund des niedrigen Pro-Kopf-Einkommens kaum Reichtum erwerben können. Viele Menschen sind gekränkt, wenn man ihnen die Rolle des Zufalls für ihren Erfolg aufzeigt, weil es scheinbar ihre eigene Leistung schmälert, dabei sind Talent und Glück gleichermaßen entscheidend.
Für den Erfolg ist beides nötig: Talent und Glück. Sportler, die Weltrekorde aufstellen, sind zwar spitze, oft gehört aber auch ein bisschen Glück dazu, wie beispielsweise Rückenwind bei sieben von acht Leichtathletik-Weltrekorden. Bei der Astronautenauswahl, wo die Konkurrenz extrem hoch ist, zeigen Simulationen, dass selbst bei einem geringen Glücksanteil von 5 % die meisten ausgewählten Kandidaten ohne diesen Glücksfaktor nicht dabei gewesen wären. Das bedeutet, bei starker Konkurrenz allein reichen Talent und harte Arbeit oft nicht aus; man braucht auch eine glückliche Fügung.
Manchmal kann die Verdrängung der Bedeutung des Zufalls die Erfolgswahrscheinlichkeit erhöhen, da Unsicherheit zu Inaktivität führen kann. Es ist eine nützliche Illusion zu glauben, man habe die volle Kontrolle über sein Schicksal. Das Ignorieren des Glücks kann jedoch auch die Rechtfertigung für die eigene soziale Position erleichtern, da Reichtum oder Macht der eigenen Intelligenz und Anstrengung zugeschrieben werden. Dies führt zu einer Akzeptanz von Ungleichheit, wie Experimente zeigen, bei denen zufällig ausgewählte Führungskräfte sich das vierte Cookie nehmen, obwohl sie keine besondere Leistung erbracht haben.
Führungskräfte und Politiker sind oft talentiert und fleißig, hatten aber auch mehr Glück als viele andere, ohne sich dessen bewusst zu sein. Dies führt zu einer verzerrten Realität, in der sie die Welt als gerecht empfinden, da harte Arbeit in ihrer Erfahrung belohnt wird. Sie übersehen jedoch diejenigen, die trotz harter Arbeit scheitern. Daraus ziehen sie den Schluss, dass weniger erfolgreiche Menschen weniger talentiert oder fleißig sind, was ihre Bereitschaft mindert, großzügig zu sein.
Das Anerkennen unseres Glücks bringt uns nicht nur näher an die Realität, sondern macht uns auch sympathischer und dankbarer. Eine Studie zeigte, dass Unternehmer, die ihren Erfolg dem Zufall zuschrieben, als freundlicher wahrgenommen wurden. Der Sprecher erzählt persönliche Anekdoten, wie Glück seine YouTube-Karriere und sein Privatleben positiv beeinflusst hat, wie zum Beispiel die Unterstützung von Michael Stevens von Vsauce oder das Kennenlernen seiner Frau durch einen Fehler in einer Zeitung.
Der Sprecher schließt mit einem paradoxen Ratschlag: Um erfolgreich zu sein, muss man erstens glauben, die volle Kontrolle über sein Schicksal zu haben und dass Erfolg nur von Talent und harter Arbeit abhängt. Zweitens muss man wissen, dass dies nicht ganz stimmt und dass Glück eine Rolle spielt. Erfolgreiche Menschen sollten daher ihr Glück an andere weitergeben.
Als konkrete Aktion, um das Glück anderer zu vermehren, kündigt der Sprecher an, 100 „SnatomsX“-Bausätze zu verschenken. SnatomsX ist eine neu überarbeitete Version seines Molekularbaukastens, bei dem die Atome magnetisch zusammenpassen. Er bietet im nächsten Monat 10 % Rabatt auf SnatomsX mit dem Code „giveluck“ an und wird für jeden verkauften Bausatz einen an jemanden spenden, der sich keinen leisten kann.