Otto hat Gesellschaft | mit Marie-Sophie Pollak, Hermann Max und Dr. Carsten Lange

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Summary

In dieser Episode von "Otto hat Gesellschaft" unterhalten sich Marie-Sophie Pollak, Hermann Max und Dr. Carsten Lange über Telemann, die Telemann-Festtage in Magdeburg, ihre persönliche Verbindung zur Alten Musik und die Herausforderungen der Pandemiezeit für Musiker. Sie geben Einblicke in die Vielseitigkeit von Telemanns Werken und die Zukunft der Telemann-Festtage.

Highlights

Begrüßung und Vorstellung der Gäste
00:00:24

Der Moderator begrüßt die Zuschauer im Telemann-Haus in Magdeburg. Er stellt die Gäste vor: Marie-Sophie Pollak (Sängerin, die in Telemanns Oper „Pimpinone“ singt), Hermann Max (Preisträger der Händel-Festspiele 1998, Kenner der Alten Musik) und Dr. Carsten Lange (Mr. Telemann aus Magdeburg).

60 Jahre Telemann-Festtage in Magdeburg
00:01:38

Dr. Carsten Lange berichtet über die Anfänge der Telemann-Festtage 1962, die von einem Enthusiastenverein innerhalb des Kulturbundes der DDR gegründet wurden, um Telemanns Musik wieder zum Klingen zu bringen und Noten zu edieren. Damals wie heute ist das Ziel, die weniger bekannten Werke Telemanns ins Bewusstsein zu rücken. Die 25. Telemann-Festtage fallen mit dem 60. Gründungsjahr zusammen und bieten ein umfangreiches Programm mit 31 Haupt- und über 20 Rahmenveranstaltungen sowie über 250 Interpreten aus 20 Ländern, im Gegensatz zu den wenigen Veranstaltungen im Gründungsjahr.

Dr. Carsten Langes Weg zu Telemann
00:05:31

Dr. Carsten Lange schildert, wie er durch einen Zufall – eine Krankheit, die ihn vom Militärdienst befreite – nach Magdeburg kam und während der Vorbereitung des 300. Geburtstags von Telemann von dessen Musik fasziniert wurde. Er betont die „unwahrscheinliche Welt“ von Telemanns Werken und die Notwendigkeit, sie immer wieder zu präsentieren. Auch seine Lehrer, Mitbegründer der Magdeburger Telemann-Rezeption, begleiteten ihn intensiv in die Materie.

Hermann Max und seine Begegnung mit Telemann
00:07:53

Hermann Max erzählt, dass er vor etwa 30 Jahren erstmals mit Telemanns Musik in Berührung kam, möglicherweise durch Bach. In seiner Studienzeit in Berlin war Telemann noch weitgehend unbekannt. Er sieht Telemann als facettenreichen Komponisten und guten Geschäftsmann, der in der Gesellschaft lebte und verschiedene Musikstile meisterhaft beherrschte, wie seine erfolgreichen Werke in Frankreich belegen.

Hermann Max über Telemanns Markus-Passion
00:11:53

Hermann Max beschreibt seine Erfahrung beim Dirigieren von Telemanns Markus-Passion. Er hebt Telemanns Fähigkeit hervor, mit relativ einfachen Mitteln große Wirkung zu erzielen, und gibt ein Beispiel, wie Telemann durch versetzte Stimmen in den Streichern die Uneinigkeit der Zeugen Christi darstellt. Er betont, dass Telemann ein "Pragmatiker und Praktiker" war, der die Menschen mit seiner Musik erreichen wollte und nicht dem romantischen Gedanken der "Tiefe" entsprach.

Marie-Sophie Pollak über ihre Rolle in „Pimpinone“ und ihren Weg zur Alten Musik
00:14:57

Marie-Sophie Pollak spricht über ihre Rolle als "Pimpinone" in Telemanns Oper, in der sie die Fäden in der Hand hält und den alten Herrn "an der Nase herumführt". Sie berichtet, wie sie durch ihre blockflötespielende Mutter früh mit Barockmusik in Berührung kam. Während ihres Studiums in München, wo Oper im Vordergrund stand, spezialisierte sie sich auf Alte Musik und fand dort ihr Nischenfeld, da andere diese Musik nicht machen wollten. Sie liebt es, Alte Musik zu singen und empfindet sie als leicht und interessant, auch wenn Telemann manchmal hoch komponiert.

Die Pandemiezeit aus Sicht der Musiker
00:21:39

Pollak reflektiert über die schwierige Pandemiezeit. Sie berichtet, dass sie in dieser Zeit Mutter geworden ist und wie sich die Planungen für Konzerte verändert haben – vieles ist kurzfristiger geworden. Sie erzählt, wie sie während der Lockdowns Online-Gesangsunterricht anbot, angefacht durch eine verzweifelte Schülerin. Dies füllte nicht nur ihre Kasse, sondern gab ihr auch die Möglichkeit, vielen Menschen eine Stütze zu sein, was ihr "psychisch über Wasser" hielt. Max beschreibt, wie er sich der Musikforschung widmete, innovative Programme für sein Festival entwickelte und intensiv Cembalo übte, insbesondere Bachs Wohltemperiertes Klavier, welches er als "Wiedergekäutes" beschreibt.

Hermann Max über den Telemann-Preis und zukünftige Pläne
00:30:39

Hermann Max spricht über die Freude, den Telemann-Preis 1998 erhalten zu haben, der eine Anerkennung seiner Arbeit war. Er schildert seine langjährige Zusammenarbeit mit dem WDR, bei der er zahlreiche, teils unveröffentlichte Aufnahmen von Telemanns Werken machte. Für die Zukunft plant er weiterhin, Telemanns Musik in seine Programme zu integrieren und ist offen für weitere Einladungen nach Magdeburg, wo er seinen Geburtstag feiern wird.

Besondere Momente der Telemann-Festtage und Zukunftsausblick
00:32:48

Dr. Carsten Lange erinnert sich an zwei prägende Ereignisse: das Konzert mit Nikolaus Harnoncourt und dem Concentus Musicus Wien im Jahr 2004, das er als historischen Moment für Magdeburg bezeichnet, und die Produktion von Telemanns „Brockes-Passion“ im Jahr 1988, die seinen persönlichen Weg zu Telemann vertiefte. Er äußert den Wunsch, dass die derzeitige Unterstützung für die Telemann-Festtage dauerhaft gesichert wird, um Telemann als Botschafter Magdeburgs weiterhin zu fördern. Die Festtage sollen ihren zweijährigen Rhythmus beibehalten, ergänzt durch jährlich mehr Konzerte und ein sommerliches Telemann-Fest im Park. Langfristig richtet sich der Blick auf 2031, Telemanns 350. Geburtstag, und die gesicherte Finanzierung durch Land und Bund eröffnet neue Möglichkeiten für internationale Kooperationen und eine stärkere Vernetzung des Festivals in der Alten-Musik-Szene.

Marie-Sophie Pollaks Zukunft mit Telemann und musikalische Entwicklung
00:41:10

Marie-Sophie Pollak bekundet ihr Interesse, auch in Zukunft geistliche Werke Telemanns in kleineren Konzerten zu singen. Sie betont, dass sie niemals "nein" sagen würde, wenn ihr Telemann wieder begegnet. Sie erklärt, dass sie durch häufigere Berührung mit seiner Musik und das gemeinsame Musizieren mit anderen Künstlern einen tieferen Zugang zu den Werken findet und dadurch ihre Interpretation vertiefen und ihre eigene Stärke als Künstlerin ausbauen kann. Sie hofft, durch musikalische und lebenserfahrene Entwicklung weiterhin interessant für das Publikum zu bleiben.

Auszug aus „Pimpinone“ und Schlusswort
00:43:19

Marie-Sophie Pollak gibt eine Kostprobe aus der Oper "Pimpinone", das erste Arie, in der sie als Kammerzofe einen neuen Job sucht. Der Moderator bedankt sich bei den Gästen und ruft die Zuschauer auf, das Telemann-Haus in Magdeburg zu besuchen, da es dort immer wieder neue Erlebnisse mit Telemann und Barockmusik gibt. Dr. Carsten Lange wünscht sich, dass die Unterstützung für Telemann und Magdeburg längerfristig manifestiert wird, da Telemann ein wunderbarer Gegenstand ist, um Magdeburgs kulturelle Ausstrahlung zu fördern.

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