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Der Sprecher betont, dass die Annahme, alte Motoren hätten länger gehalten als moderne, ein Trugschluss ist. Tatsächlich sind moderne Motoren technologisch fortschrittlicher, aber durch strengere Abgasnormen und Kostendruck in der Produktion stärker belastet. Autohersteller müssen rentabel sein, was oft zu Kompromissen bei der Materialqualität führt, um die Kosten niedrig zu halten.
Frühere Motoren hatten deutlich kürzere Wartungsintervalle (z.B. jährlich oder nach 15.000 km) und verwendeten schlechtere Ölqualitäten. Moderne Fahrzeuge hingegen haben längere Intervalle, doch das erhöht die Anforderungen an das Öl und dessen Additive. Hohe Reparaturkosten bei modernen, komplexen Fahrzeugen führen oft zur Fehlanahme, dass die Motoren weniger haltbar sind, obwohl viele Hersteller durch einfache konstruktive Maßnahmen die Lebensdauer verbessern könnten.
Ein Hauptproblem moderner Motoren ist das Downsizing, eine politische Vorgabe, die kleinere Motoren mit hoher Leistungsdichte fördert. Dies führt dazu, dass ein 1-Liter-Motor heute 120 PS leistet, während ältere, größere Motoren wie der Opel Senator (3 Liter, 180 PS) als 'ausgewogen' galten. Moderne Motoren werden oft wie Rennfahrzeuge bewegt, wodurch sie stärker beansprucht werden als ihre geringe Größe vermuten lässt, was bei unzureichender Konstruktion zu Schäden führen kann.
Materialeinsparungen sind ein weiterer Faktor. Beispiele sind Steuerketten, die heute oft nicht mehr in robuster Duplex-Variante ausgeführt werden und über längere Distanzen viele Kettenglieder und Nockenwellen antreiben müssen. Wenn diese Ketten nicht ausreichend geschmiert oder bei Verschleiß nicht rechtzeitig gewartet werden, führt dies häufig zu schweren Motorschäden.
Das Nutzungsverhalten der Fahrer ist entscheidend. Moderne Motoren müssen mindestens einmal im Jahr gewartet werden, insbesondere wenn sie nicht im Idealbetrieb gefahren werden. Häufiger Kurzstreckenbetrieb (alles unter 20-25 km) führt dazu, dass Kraftstoff ins Motoröl gelangt und nicht vollständig ausdampfen kann. Dies beeinträchtigt die Schmierfähigkeit des Öls erheblich, besonders bei Dieselfahrzeugen, wo das Öl ab 80°C seine Schmierwirkung verliert und durch Ruß weiter verdünnt wird. Dies führt zu übermäßigem Verschleiß und Motorschäden.
Der Experte rät, Ölwechselintervalle zu verkürzen, besonders vor Hauptbelastungszeiten wie Urlaubsfahrten. Er betont, dass die heutigen Motorschäden oft Anwendungsfehler und mangelnder Fürsorge geschuldet sind. Es wird empfohlen, das Auto ordentlich zu warten, warmzufahren und längere Strecken zurückzulegen, damit das Öl seine optimale Schmierfähigkeit behält und flüchtige Bestandteile wie Kraftstoff und Wasser, die sich im Öl ansammeln, entweichen können. Eine gute Pflege und aufmerksames Fahren verlängern die Lebensdauer des Motors.