Summary
Highlights
Ebenfalls im September regten sich im Rheinland und der Pfalz Separatisten, die einen eigenen, mit Frankreich verbundenen Staat errichten wollten. Sie besetzten Rathäuser, was die Reichsregierung nicht verhindern konnte, da deutsche Soldaten nicht ins Rheinland einrücken durften.
Die Kommunistische Partei versuchte, die instabile Lage für eine Revolution, den „Deutschen Oktober“, zu nutzen. Sie baute paramilitärische Truppen auf, die „proletarischen Hundertschaften“. Die Reichsregierung setzte die Reichswehr ein, die diesmal nicht zögerte, die Hundertschaften aufzulösen, was zu Dutzenden Toten führte.
Anfangs, bei den Wahlen 1919, war die neue demokratische Welt der Weimarer Republik stabil. Die Parteien der Weimarer Koalition erreichten eine Mehrheit von 76,1%. Doch schon 1920 sank diese Mehrheit auf 48%, was zu instabilen politischen Verhältnissen führte.
Im Januar 1923 eskalierte ein Streit mit den Siegermächten, als Deutschland mit Reparationszahlungen in Verzug geriet. Französische und belgische Truppen besetzten daraufhin das Ruhrgebiet. Die deutsche Regierung rief zum passiven Widerstand auf und finanzierte die Streikenden durch das Drucken von Geld, was die wirtschaftliche Lage weiter verschärfte.
Die Ruhrbesetzung ruinierte die Finanzen und führte im Juni 1923 zur Hyperinflation. Der Staat druckte immense Mengen an Notgeld, wodurch das Geld schnell seinen Wert verlor. Eine Billion Papiermark wurde im November durch eine Rentenmark ersetzt, was viele Bürger verarmte, während Schuldner profitierten.
Trotz der schweren Krisen überlebte die Weimarer Republik das Jahr 1923. Die wirtschaftlichen Probleme wurden zunehmend besser bewältigt, Frankreich zeigte sich versöhnlicher, und die politischen Gegner der Republik verloren an Unterstützung und wurden teilweise verboten. Dies läutete die Goldenen Zwanziger Jahre ein.
Am 9. November 1923 unternahmen die Nationalsozialisten einen Putschversuch. Hitler nahm die bayerische Regierung gefangen und wollte sie zwingen, den „Marsch auf Berlin“ zu unterstützen. Der Putsch wurde jedoch von der Landespolizei gewaltsam gestoppt, wobei 15 Demonstranten und vier Polizisten starben.
Im September verhängte die bayerische Landesregierung den Notstand und setzte Gustav von Kahr als Generalstaatskommissar ein, wodurch Bayern faktisch zu einer Diktatur wurde. Die Reichswehr weigerte sich, in Bayern einzugreifen, da ein Wehrkreiskommandant zu den Putschisten gehörte.