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Der Auslöser für die Revolution von 1848 kommt aus Paris. Im Februar 1848 protestieren die Bürger gegen den König, der nach Napoleons Sturz wieder eingesetzt wurde. Nach viertägigen Straßenkämpfen muss der König fliehen, und Frankreich wird wieder eine Republik. Daraufhin erheben sich überall in Europa die Bürger gegen ihre Herrscher.
Anders als in Frankreich, einem einheitlichen Nationalstaat, besteht Deutschland aus vielen souveränen Einzelstaaten im Deutschen Bund. Die deutsche Revolution breitet sich in Wellen aus, beginnend mit den Liberalen in Mannheim. Frauen nehmen ebenfalls aktiv an der Revolution teil, obwohl sie keine dauerhaften Erfolge wie das Wahlrecht erzielen konnten.
Die Bürger Mannheims versammeln sich und stellen weitreichende Forderungen auf, bekannt als die Märzforderungen. Dazu gehören Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit, Schutz vor willkürlichen Verhaftungen, öffentliche Gerichtsverhandlungen, die Vereidigung des Heeres auf die Verfassung, die Bewaffnung des Volkes in Bürgerwehren, ein neues Wahlgesetz, ein gesamtdeutsches Parlament, höhere Löhne, niedrigere Lebensmittelpreise und das Ende des Feudalismus.
In vielen deutschen Staaten machen die Herrscher Zugeständnisse, versprechen Verfassungen und die Einberufung eines Nationalparlaments, um die Situation zu beruhigen. Liberale Minister werden ernannt, die politische Verantwortung tragen. König Ludwig I. von Bayern muss sogar abdanken. Die Revolution scheint auf dem Vormarsch zu sein.
In den Großmächten Österreich und Preußen kommt es zu entscheidenden Ereignissen. In Wien gibt es blutige Zusammenstöße, Fürst Metternich wird entlassen und Kaiser Ferdinand I. tritt zurück. In Berlin verspricht König Friedrich Wilhelm IV. Reformen, weigert sich aber zunächst, eine schriftliche Verfassung zu akzeptieren. Nach Schüssen auf Demonstranten und 303 Toten zieht der König die Soldaten zurück und verbeugt sich vor den Särgen der Gefallenen. Er erklärt, sich an die Spitze der Bewegung stellen zu wollen.
Trotz der internen Bedenken des Königs scheint die Revolution erfolgreich. In Frankfurt soll ein gesamtdeutsches Parlament zusammenkommen, um über die Zukunft Deutschlands zu beraten. Die Abgeordneten werden gewählt, wobei nur volljährige, selbstständige Männer ab 24 Jahren wählen dürfen. Frauen sind vom Wahlrecht ausgeschlossen. Das Parlament besteht hauptsächlich aus Professoren, Beamten, Juristen und wohlhabenden Bürgern, was zu der Bezeichnung „Professorenparlament“ führt. Am 18. Mai 1848 tritt das erste frei gewählte gesamtdeutsche Parlament in der Frankfurter Paulskirche zusammen.