Summary
Highlights
Das Video beginnt mit der Frage, ob ETFs eine Börsenblase verursachen könnten, und zitiert kritische Stimmen wie Dirk Müller und Brad Erens, die ETFs als 'dummes Geld' bezeichnen und den Markt als von passivem Index-Investing dominiert ansehen. Es wird untersucht, ob diese Behauptungen der Realität entsprechen.
Es wird die Frage beleuchtet, ob der Markt tatsächlich von passivem Index-Investing dominiert wird. Statistiken zeigen, dass passive Fonds wie ETFs im Jahr 2017 in Europa nur 3,3% und in den USA 14,7% des Marktvolumens ausmachten. Aktuellere Daten zeigen, dass 18% der US-Marktkapitalisierung von indexbasierten Fonds gehalten werden, während 70% von anderen Investoren stammen. Die meisten passiven Fonds beeinflussen die Preisfindung durch Käufe und Verkäufe nur geringfügig, da der Großteil des Handels über den Sekundärmarkt stattfindet.
Das Video klärt auf, dass nicht alle Indexfonds passiv gehandelt werden und nicht alle aktiven Fonds wirklich aktiv sind. Viele Sektor- und Themen-ETFs ermöglichen aktives Wetten auf bestimmte Branchen. In den USA gibt es sogar Single Stock ETFs, die nur eine Aktie enthalten. Andererseits betreiben manche aktive Fonds 'Indexkuscheln', indem sie Indizes nachbilden, ohne wesentlich aktiv zu agieren. Die genaue Aufteilung zwischen wirklich aktiven und passiven Investments bleibt schwer quantifizierbar.
Es wird ein Gedankenexperiment durchgeführt: Was wäre, wenn nur noch passiv investiert würde? Das Grossman-Stiglitz-Paradoxon besagt, dass ein perfekt informationseffizienter Markt nicht existieren kann. Aktive Investoren sind notwendig, um Marktinneffizienzen zu finden und zu korrigieren. Gäbe es nur passive Investoren, würden die Märkte ineffizient, was wiederum Anreize für aktive Investitionen schaffen würde. Aktive und passive Investoren sind also voneinander abhängig.
Ein häufiges Argument für eine ETF-Blase ist, dass marktkapitalisierungsgewichtete ETFs große Unternehmen wie Nvidia überproportional stärken. Theoretisch verteilen ETFs Geld proportional, aber Kritiker wie Michael Green argumentieren, dass die steigende Nachfrage durch ETFs auf ein geringeres Angebot trifft, wenn passive Anleger nicht als Verkäufer zur Verfügung stehen. Dies führt zu einer inelastischen Preisbildung, bei der kleine Investitionen überproportional große Preissteigerungen verursachen können. Umgekehrt würde dies in einer Krise zu überproportionalen Preisverfällen führen.
Ob dieses Phänomen relevant ist, hängt vom Anteil passiver Investments ab. Experten wie Randy Cohen halten die Effekte für moderat. Rebalancing durch institutionelle Anleger wirkt zudem dämpfend. Das Video rät Anlegern, sich nicht von Panikmache beeinflussen zu lassen. Alternativen zu ETFs wie aktives Investieren sind oft teurer und langfristig weniger performant. Wer Angst vor einer Blase hat, kann die Asset Allocation anpassen, z.B. in Small Caps, Europa/Schwellenländer investieren oder als risikoärmere Alternative Festgeld/Tagesgeld in Erwägung ziehen. Langfristige Überzeugungen sollten die Basis für Änderungen im Portfolio sein.