Summary
Highlights
Nūḥ (as.) stand vor großen Herausforderungen, nicht nur von außen, sondern auch von innen. Seine eigene Ehefrau stand nicht an seiner Seite und wandte sich gegen ihn. Allah (swt) erwähnt dies klar im Qur'an in Sure At-Tahrim (66:10), wo die Frauen von Nūḥ und Lūṭ als Gleichnis für Ungläubige genannt werden, die trotz ihrer Ehemänner, Propheten, verräterisch handelten und nicht glaubten. Dies zeigt, dass die Zugehörigkeit zur Familie eines Rechtschaffenen keine Garantie für Rechtschaffenheit ist. Jeder Mensch ist für seine eigenen Taten verantwortlich und seine Abstammung wird ihm am Jüngsten Tag nicht helfen, wenn die Taten mangelhaft sind.
Die Geschichte von Nūḥ (as.) und seiner Frau unterstreicht die Wichtigkeit eines frommen Ehepartners. Imām Ferid Heider rät Suchenden, einen Partner zu wählen, der 'Dīn' (Religion) und 'Akhlaq' (Charakter) besitzt, denn dies ist der wichtigste Aspekt. Eltern, die Töchtern die Heirat mit praktizierenden Muslimen verwehren, verursachen 'Fitna' (Versuchung) und Unheil. Später im Leben bereuen viele, diesen Rat nicht befolgt zu haben, insbesondere bei der Erziehung der Kinder, wo unterschiedliche religiöse Auffassungen zu Konflikten und sogar Scheidungen führen können. Es geht nicht nur ums äußere Praktizieren der Rituale, sondern auch um einen guten Charakter.
Allah (swt) warnt die Gläubigen in Sure At-Taghabun (64:14), dass es unter den Ehegatten und Kindern Feinde geben kann, die vom Weg Allahs abhalten. Dies bedeutet nicht, dass sie böse sind, sondern dass sie eine Prüfung sein können, die von der Religion abbringt. Der Glaube und Gehorsam gegenüber Allah (swt) muss immer der höchste Maßstab sein. Wenn Familie von etwas abraten will, was Allah geboten hat, oder zu etwas verleiten will, was Allah verboten hat, darf man ihnen nicht gehorchen. Hier gilt der Grundsatz: "Kein Gehorsam gegenüber einem Geschöpf im Gehorsam gegenüber dem Schöpfer." Nūḥ (as.) hatte auch einen Sohn, der ihm nicht glaubte, was zeigt, dass selbst ein Prophet keine Garantie für die Rechtschaffenheit seiner Kinder hat. Die Verantwortung liegt im Anstreben und Verkünden der Botschaft, das Ergebnis aber liegt allein bei Allah (swt).
Nachdem Nūḥ (as.) jahrhundertelang (950 Jahre) versucht hatte, sein Volk zu überzeugen, was der Qur'an in Sure Al-Ankabut (29:14) belegt, und sein Volk immer aggressiver wurde und ihn gar steinigen wollte, offenbarte Allah (swt) ihm (Sure Hud (11:36)), dass niemand mehr glauben würde, außer denen, die bereits geglaubt hatten. Daraufhin machte Nūḥ (as.) Du'ā (Bittgebet) gegen sein Volk und bat Allah (swt), die Erde von den Ungläubigen zu reinigen, da sie weiterhin irreleiten und nur sündige Nachkommen zeugen würden. Hier wird betont, dass solch ein Du'ā erst nach der Gewissheit über die Aussichtslosigkeit der Dawa erlaubt ist. Propheten strebten bis zuletzt nach Rechtleitung, nicht nach Vernichtung.
Ein wichtiges Zeichen der Propheten ist, dass sie selbst in keiner Weise von ihrer Botschaft profitierten. Sie strebten weder nach Reichtum noch nach Macht. Nūḥ (as.) betonte, dass er keinen Lohn für seine Dawa verlangte, wie es in Sure Asch-Schu'ara (26:109) erwähnt wird, da sein Lohn allein bei Allah (swt) liegt. Dies unterscheidet sie von Hochstaplern, die immer materiellen oder Machtgewinn suchen. Die Konsequenz der Hartnäckigkeit des Volkes und der Gewissheit, dass niemand mehr glauben würde, führte zu Nūḥs (as.) abschließendem Bittgebet an Allah (swt), die Erde zu reinigen.