Summary
Highlights
Die Expertenrunde diskutiert die überbordende Staatsverschuldung und die Unfähigkeit der Politik, damit umzugehen. Vorgestellt werden Nico, ein Ex-Journalist und Bitcoin-Fürsprecher, Sascha Matusek, ein auf Krypto spezialisierter Steuerberater, Robert Mater, Gründer von Solid Gold Flexgold, und Thomas Meyer, ehemaliger Chefvolkswirt der Deutschen Bank und Gründerdirektor des Flossbach von Storch Research Institute. Das Hauptthema ist der Vermögenschutz in unsicheren Zeiten, geprägt von politischen Übergriffen, Defiziten und steigenden Schuldenbergen.
Es wird die Theorie des 'Great Taking' von Mr. Web vorgestellt, welche besagt, dass Wertpapiere weggenommen werden können. Dies wird durch beeindruckende Zahlen untermauert: ein globales BIP von 130 Billionen Dollar, Aktienkapitalisierungen von 150 Billionen und Schulden von unfassbaren 350 Billionen. Die Deutsche Bank mit einem Eigenkapital von 58 Milliarden und einer Bilanzsumme von 1500 Milliarden, betreibt Derivatengeschäfte im Wert von 45 Billionen, weltweit sogar bis zu einer Billiarde. Es wird gewarnt, dass private Aktien als Sicherheiten für diese Deals genutzt werden, was bei Pleiten zu Verlusten führen kann.
Thomas Meyer relativiert die Zahlen der Derivatemärkte, indem er darauf hinweist, dass für jede Forderung eine Verpflichtung besteht und sich Wetten ausgleichen. Er konstatiert eine massive Finanzialisierung der Welt seit den 1970er Jahren, die zwar Wohlstand geschaffen hat, aber auch zu Überdimensionierung und Abhängigkeiten führte, wie in der Finanzkrise 2008 und der Pandemie sichtbar wurde. Die größte Bedrohung sieht er nicht mehr im Bankensektor, sondern in der gigantischen Staatsverschuldung und der mangelnden Strategie der Staaten, diese abzubauen.
Es wird erörtert, dass die staatlichen Schulden als Sicherheiten für Derivate dienen und deren Werthaltigkeit bei Abstufung der Kreditwürdigkeit schwindet. Der Goldpreis wird als Fieberthermometer des Geldsystems betrachtet, signalisiert Rekordhochs und damit verbundene Rekordtiefs der Papierwährungen. Robert Witter erklärt, dass wir seit 1971 in einem Schuldgeldsystem leben, das eine ständige exponentielle Ausdehnung erfordert. Gold kehrt schleichend in seine Rolle als ultimatives Reservemedium zurück und löst US-Staatsanleihen ab, was mit den Deglobalisierungstendenzen korrespondiert.
Nico betont, dass Bitcoin als digitales Gold Gold in den letzten Jahren übertroffen hat. Er sieht die Enteignung durch Inflation und Staatsschulden als Prozess, nicht als einmaliges Ereignis. Bitcoin bietet die Möglichkeit, Geld außerhalb des traditionellen Systems zu speichern und zu bewegen, was für die Eigenverantwortung essenziell ist. Er hebt hervor, dass die amerikanische Fähigkeit, den US-Dollar durch Stablecoins weltweit zu verbreiten, ein cleverer Schachzug ist. Gold gewinnt als Reservewährung an Bedeutung, aber Bitcoin ermöglicht durch seine digitale Natur ein noch höheres Maß an Unabhängigkeit und Mobilität.
Die Staaten kaufen historisch viel Gold, ein Zeichen des Misstrauens in das eigene Papiergeld. Manche Notenbanken beginnen auch, Bitcoin zu erwerben. Es wird besprochen, dass Regierungen, angetrieben durch strukturelle Gier, neue Steuern wie die Kryptoabgabe einführen wollen. Steuerberater Sascha Matusek sieht dies als Versuch des Staates, Wissen über Vermögenswerte aufzubauen. Er hält die Abschaffung der Jahresfrist für steuerfreie Kryptogewinne für verfassungsrechtlich schwierig. In Österreich hat die rückwirkend eingeführte Kryptosteuer von 27,5% nur einen Bruchteil der erwarteten Einnahmen gebracht.
Experten raten zur Diversifizierung des Vermögens durch Sachwerte und Strukturen wie Stiftungen, oft auch grenzüberschreitend. Die Kritik an der Politik, insbesondere am deutschen Finanzminister, wird laut, da Inkompetenz die wirtschaftliche Lage verschärft. Thomas Meyer hofft, dass die politische Blockade ein schnelles Durchgreifen verhindert. Zur Absicherung gegen Inflation und staatliche "Enteignung" werden Sachwerte wie Gold und Aktien empfohlen, während Immobilien in Deutschland aufgrund politischer Auflagen an Attraktivität verlieren.
Ein Vermögensregister der EU wird als Gefahr für die Privatsphäre und das Vermögen angesehen, vergleichbar mit einem «Räuber, der die Lage ausspioniert». Horst kündigt an, sich notfalls gerichtlich dazu zwingen zu lassen, statt das Register auszufüllen. Die Möglichkeit eines Bitcoin-Verbots wird diskutiert. Während Horst dies für eine reale Gefahr hält, die den Bitcoin-Nutzen stark einschränken würde, sieht Nico das Risiko als gering an. Er verweist auf die zunehmende Akzeptanz von Bitcoin durch große Finanzinstitutionen und sogar Regierungen.
Die Experten befürchten, dass die Inflation, angetrieben durch unkontrolliertes Gelddrucken, die Arbeiter- und Mittelschicht weiter zerstört. Es wird eine Finanzreform erwartet, möglicherweise noch im Sommer, zeitgleich zur Fußball-EM. Thomas Meyer hält einen Krieg für unwahrscheinlich in Deutschland, prognostiziert aber Inflation und möglicherweise eine Währungsreform mit digitalem Euro. Letzterer sei eine defensive Maßnahme der EZB gegen die Dominanz amerikanischer Zahlungssysteme und Krypto-Anbieter. Die Podiumsdiskussion endet mit dem Appell an die finanzielle Intelligenz und den Vermögenschutz in unsicheren Zeiten.